Col·lectiu Emma - Explaining Catalonia

Wednesday, 31 october 2012 | Salzburger Nachrichten

Deutsch

Antwort an Salzburger Nachrichten

(Resposta que ha enviat Ramon Torra al diari an Salzburger Nachrichten)

Katalonien, neuer Staat Europas

Am 11.September dieses Jahres, versammelten sich 1,5 Millionen überwiegend junge Menschen, aus ganz Katalonien (7 Millionen Einwohner) in Barcelona unter dem Motto „Katalonien, neuer Staat Europas“ und riefen immer wieder „Unabhängigkeit“. Es war eine von der Zivilbevölkerung organisierte Kundgebung. Im Leitartikel Ihrer geschätzten Zeitung vom Montag, 22.10, „Spanien als doppelter Krisenfall“, spricht Herr Müller bezüglich dieser Forderung nach Selbständigkeit von „gestrigen nationalistischen Reflexen“. Dass ein Volk mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte, mit eigener Kultur, Sprache und Mentalität sein eigenes Schicksal in der Europäischen Union in die Hand nehmen will, hat meines Erachtens mit der genannten Beurteilung nichts zu tun. Die Bürger sind der Meinung, dass die Versuche nach dem Ende der Franco-Diktatur ein Miteinander mit Spanien zu gestalten, kläglich gescheitert sind. Der föderalistische Gedanke hat keine Chance gehabt. Noch vor ein paar Wochen sprach sich der Unterrichtsminister für eine „Hispanisierung“ der katalanischen Schulen aus. Laut Gesetz wird von den Richtern nicht eimal die Kenntnis der Landsprache verlangt, nur um ein Beispiel zu nennen.

Zur dieser Grundproblematik hat sich die unerträgliche fiskalische Behandlung Kataloniens seitens der Zentralregierung gesellt : 8-9% ( circa 20.000 Mio €) des Nationalprodukts Kataloniens wandern in Form vom Steuern jährlich in andere Regionen des Staates, wo nicht notwendige und kostspielige Prestigeprojekte noch immer realisiert werden (z.B. ein Höchstgeschwindigkeitsbahnnetz, Kosten bis jetzt 50.000 Mio €, wobei wegen der geringen Auslastung nicht einmal die Betriebskosten herein kommen).

In dem genannten Leitartikel wird auch von einem Albtraumszenario für Europa gesprochen: Das Gegenteil ist der Fall, denn Katalonien würde bald zum Nettozahler in der EU. Ist ausserdem nicht immer die Rede von einem Europa der Regionen, d.h.von kulturell und wirtschaftlich zusammenhängende Gebieten? Dass ohne Katalonien Spanien zusätzliche Anstrengungen wird machen müssen, steht ausser Frage.

Aber die Grundfrage ist und bleibt, ob das katalanische Volk das Selbstbestimmungsrecht ausüben darf, wie es die Slowenen, die Kroaten, die Litauer und Kosovaren es getan haben und wie es die Schotten im Jahr 2014 praktizieren werden. Wenn man die Reaktionen aus spanischen Spitzenkreisen – Regierung, Parlament, Justiz , Militär und sogar Hierarchie der Kirche – hört, kann man wohl der Meinung sein, dass die Bezeichnung „gestrige Reflexe“ hier viel besser angebracht wäre. Die Rede ist sogar von einem Einmarsch des Heeres gewesen. Nicht wie in England, wo Cameron und Salmond demokratisch die Abhaltung eines Referendums vereinbaren. Aber das Demokratieverständnis Spaniens ist von jenem Englands meilenweit entfernt.

Ramon Torra


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