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Tuesday, 16 october 2012 | Die Presse

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Empfohlener Artikel: "Republik Katalonien? Nicht nur auf dem Balkan entstehen Staaten", in Die Presse, von Karin Kneissl

Wir möchten der Artikel "Republik Katalonien? Nicht nur auf dem Balkan entstehen Staaten", in Die Presse, von Karin Kneissl, empfehlen.

Artikel Auszüge:

Die politische Landkarte Europas veränderte sich vor 20 Jahren mit dem Zerfall Jugoslawiens. Doch souveräne Staaten müssen nicht nur auf dem Balkan oder im Kaukasus entstehen. Auch in Westeuropa könnten sich die Grenzen verändern. Katalonien, Schottland und Flandern führen die Liste möglicher neuer Staaten an.

(...) Die rund sieben Millionen Katalanen fühlen sich schon seit Langem ungerecht behandelt – vor allem, wenn es um die Verteilung staatlicher Steuergelder geht. Die Region selbst ist unterfinanziert, trägt aber mit über 20 Prozent überdurchschnittlich zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Ähnlich den Slowenen einst in Jugoslawien klagen sie, durch Solidarzahlungen zum regionalen Ausgleich zu viel Geld nach Madrid abgeben zu müssen.

Zugleich diktiert das Sparpaket der Regierung den Regionen umfassende Einsparungen. Es ist absurd, dass die wirtschaftlich stärkste Region des Landes mit 42 Milliarden Euro am stärksten verschuldet ist. Die katalanische Regionalregierung pocht daher auf mehr Einfluss bei der Besteuerung. Sollte es keine Einigung geben, dann sei der Weg für die Unabhängigkeit frei, heißt es in Barcelona.

(...) Bezeichnend ist die Aussage des konservativen Europaparlamentariers Alejo Vidal-Quadras, der in einem Interview anregte, eine mögliche Volksabstimmung über die katalanische Selbstständigkeit mit der Entsendung eines Generals der paramilitärischen Zivilgarde zu beantworten, weil sie ohne Zustimmung Madrids verfassungswidrig wäre.

Man erinnere sich an 1991: Belgrad entsandte die jugoslawische Volksarmee, weil man sich um die serbische Minderheit in Kroatien sorgte, die in den Plänen der kroatischen Nationalisten gar nicht vorkam. Würde Madrid auch ohne solche Bedenken gleich in Barcelona einmarschieren?

Wachsende Nervosität

Die Nervosität wächst jedenfalls. Als die Autorin dieses Beitrags im Mai 2009 einen Vortrag zum Thema in Wien hielt, intervenierte der spanische Botschafter beim Veranstalter, um den Vortrag absagen zu lassen. Mit Verweis auf die akademische Freiheit der Lehre wurde dieses Begehr zurückgewiesen, doch drei Vertreter der spanischen Botschaft notierten an jenem Abend alles Gesagte.

Im Jahr 2014 werden es 300Jahre sein, dass Katalonien unter die spanische Krone fiel. Im Spanischen Erbfolgekrieg unterstützte Katalonien den Habsburger Erzherzog Karl gegen den Bourbonen Philipp von Anjou. Letzterer ging aber im Frieden von Utrecht als Sieger hervor und bestrafte die Katalanen hart.

Zum Gedenken an den Tag der Kapitulation gehen nationalistisch gesinnte Katalanen am 11.September regelmäßig auf die Straßen. Dieses Mal waren es 1,5 Millionen Menschen, die mit Plakatsprüchen wie „Katalonien – ein neuer Staat in Europa“ demonstrierten. In aktuellen Umfragen spricht sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung für das Ende der „Unterjochung durch Madrid“ aus.

(...) Was wäre, wenn Katalonien per Referendum sich unabhängig erklärte und tags darauf um EU-Beitritt ansuchte? Wollte man ein demokratisches Land, das wirtschaftlich mehr als lebensfähig ist, dann etwa ablehnen? Die EU verhandelt doch auch mit dem Kosovo!


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