Col·lectiu Emma - Explaining Catalonia

Friday, 18 december 2009 | Neue Zürcher Zeitung

Deutsch

Resposta a Neue Zürcher Zeitung (II)

(Catalans residents a Suïssa han fet arribar aquesta resposta al diari Neue Zürcher Zeitung (NZZ) pel seu tractament informatiu de les consultes del 13-D)


Antwort auf zwei Artikel der NZZ von 16.12.09

Es handelt sich um zwei Artikel über Katalonien: : „Dämpfer für Separatisten“ spricht über die Volksbefragung vom letzten Sonntag mit der brisanten Frage über eine mögliche Ablösung Kataloniens von Spanien.

Der Zweite: „Im katalanischen Unabhängigkeitsrausch“ über die politischen Ansichten vom Präsidenten des F.C. Barcelona, Joan Laporta.

Wir vermissen sehr in Ihrem ersten Artikel einen geschichtlichen Hintergrund, die Ihren Lesern die nötigsten Informationen gibt, das Problem zwischen Spanien und Katalonien zu verstehen und sich darüber eine objektive Meinung zu bilden. Zudem bin ich mit einigen Aussagen in Ihren Artikeln nicht einverstanden.

Katalonien verlor erst nach einem Krieg im Jahr 1716 ihre Institutionen und wurde gezwungenermassen Teil des Spanischen Staates. Wir haben über 300 Jahre Repressionen gegen unsere Sprache und Kultur überlebt und erkennen uns immer noch als eine Nation ohne Staat.

Die Wahlen vom letzten Sonntag sind eine Initiative der Zivilgesellschaft ohne jegliche Mithilfe der Parteien. Ein Teil der katalanischen Bevölkerung hat diese demokratische Abstimmungen vorbereitet, und wird für den 8. Februar und den 25. April 2010 weitere Konsultationen in anderen Gemeinden fortsetzen.

Um eine objektive Beurteilung des Ausgangs diese Referendum zu treffen, sollte man folgende Punkte in Betrachtung ziehen.
  1. Die Wahlen wurden von der Zivilgesellschaft ohne ökonomische Unterstützung der Parteien oder Institutionen organisiert.
  2. Die katalanischen Massenmedien informierten kaum über das Geschehen. Es war keinerlei Kampagne oder Propaganda über die Abstimmungen in den Medien gestattet.
  3. Die Emigration durfte in diesen Wahlen teilnehmen – was nicht in einem offiziellen Referendum erlaubt wäre-. Ein geringer Anteil der Emigranten hat sich aber für diese Konsultation interessiert. In Folge dessen, ist die Wahlbeteiligung etwas kleiner als erwartet. Nach offiziellen Angaben lag die Stimmbeteiligung – ausgenommen die Emigration- über 40 Prozent
  4. In der Region Osona , die sich im ländlichen Raum befindet, lag die Stimmbeteiligung – inklusive Emigration- sogar bei 42 Prozent.
  5. Die Stimmbeteiligung hat sich in den letzten Jahren sehr niedrig gehalten. In den letzten Wahlen für das Europäische Parlament lag sie bei nur 37 Prozent.
  6. Spanische rechtsextreme Parteien, wie zum Beispiel Falange Española haben mit gewalttätigen Auseinandersetzungen gedroht.
  7. Rechtlich war die Abstimmung folgenlos, was nicht die Stimmbeteiligung gefördert hat.
  8. Von diesen ca. 30 Prozent Stimmbeteiligter entschieden sich 95 Prozent für eine Ablösung von Spanien.

Auf den obigen Gründen, denke ich, dass eine Stimmbeteiligung von – nach den letzten Daten- ca. 30 Prozent ein gutes Resultat ist. Dieser Ausgang kann, aber, in Anbetracht der letzten offiziellen Umfrage- die der Separatisten eine Quote von 50,3 gibt- und durch eine bessere Vorbereitung, gesteigert werden.

Ihr Artikel über Herrn Laporta hat mich empört. Erstens sind gewisse Kommentaren wie „Das Referendum eine Farce“ „ … in notorisch nationalistisch Käffern abgehalten“ oder „die 95 Prozent Befürworter erinnert bedenklich an den einstigen Ostblock „ beleidigend und inakzeptabel für einen Teil des katalanisches Volkes. Zweitens, entsprechen diese Aussagen nicht der Wahrheit und scheinen von spanisch rechtsextrem orientierten Medien zu stammen.
Das Referendum unterliegt strikten Bedienungen, Normen und Protokollen und wurde von internationalen Beobachtern verfolgt. Es ist auch nicht genau, dass es sich um „nationalistische Käffer“ handelt. Sant Cugat del Vallés mit 76.274 Einwohner, Vilanova i la Geltrú, mit 60.103, oder Vich 35.550 sind nur ein paar Beispiele von Städten in denen diese Abstimmungen stattgefunden haben. In diesen Städten beträgt der Anteil der Katalanen spanischer Herkunft mehr als 60 Prozent, und sie können somit nicht als nationalistische Hochburgen betrachtet werden.

Die politischen Ansichten Laporta stimmen mit der grossen Mehrheit der Anhänger der FC Barcelona überein. Hat irgendwann jemand eine spanische Fahne in dem Camp Nou gesehen? Nein, nie im Leben, ganz im Gegenteil: das Stadium von Barcelona ist immer voll hundertausenden Anhänger, die die nationale Fahne Kataloniens tragen.

Der FC Barcelona hat sich traditionell nicht nur gegen Faschismus eingesetzt, sondern gegen jegliche Repression des spanischen Staates gegen das katalanische Volk und für die Verteidigung der katalanischen Sprache und Kultur. Das ist gerade, was man meint mit dem bekannten Satz: „mehr als ein Klub“.

Dass es Anhänger in anderen Ländern – inklusive Spanien gibt – und dass sie möglicherweise andere politische Ansichten vertreten, ist nur Ausdruck der Grösse dieses Clubs und zwingt auf keinen Fall den Präsidenten und die grosse soziale Masse des Clubs ihre traditionelle politische Einstellung zu ändern.

Katalonien im allgemein - und der FC Barcelona als Symbol und Vertreter des Landes- haben sich immer für die Integration eingesetzt. Wir wollen unsere Sprache und Kultur den Emigranten weitergeben, den neu Ankommenden ein neues zu Hause anbieten, das heisst aber nicht, dass wir auf unserer eigenen Identität verzichten müssen.

Mit freundlichen Grüssen

*****

P.D. Un resum de la resposta ha estat publicada. Adjuntem una còpia.


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